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Fachnachmittag 10. Januar 2018

Entwicklungsneurologische Störung - Fetales Alkoholsyndrom

Fachtag FAS
Fachnachmittag FAS

Die Netzwerkstelle für Kinderschutz und Frühe Hilfen des Landkreises Stendal hat am 10.01.2018 von 15.00 bis 18.00 Uhr einen Fachnachmittag zum Thema "Entwicklungsneurologische Störung - Fetales Alkoholsyndrom" veranstaltet. An diesem Fachnachmittag haben über 110 Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Schule, Kinder– und Jugendhilfe sowie angrenzenden Arbeitsfeldern teilgenommen. 

Der Hauptreferent Prof. Dr. Hans-Ludwig Spohr leitet das FASD Zentrum in Berlin und setzt sich seit über 40 Jahren in der klinischen Arbeit und Forschung für die im Mutterleib alkoholgeschädigten Kinder ein. Er widmet sich in einer Sprechstunde der Diagnostik und Versorgung von betroffenen Kindern und Erwachsenen. Für sein Engagement erhielt er 2015 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Das Fetale Alkoholsyndrom oder auch die fetale Alkoholspektrum-Störung bezeichnen die vorgeburtlich entstandene Schädigung eines Kindes durch von der schwangeren Mutter konsumierten Alkohol. Das Fetale Alkoholsyndrom kann sich sehr unterschiedlich zeigen und reicht von ausgeprägten Verhaltens– und Lernstörungen bis hin zu schweren körperlichen und geistigen Behinderungen sowie irreparablen Schädigungen des zentralen Nervensystems. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 3.000 - 4.000 Kinder mit Alkoholschädigungen geboren. Prof. Spohr wies daraufhin, dass eine Schädigung durch Alkohol nicht nur in den ersten Schwangerschaftsmonaten passiert, sondern auch noch danach. Eine Schädigung des Kindes kann auch entstehen, wenn eine werdende Mutter drei- bis viermal Alkohol trinkt. Oftmals geschieht das auch unbewusst, wenn eine werdende Mutter noch nicht weiß, dass sie schwanger ist. 

Betroffene Kinder und Jugendliche werden in ihrer Entwicklung oft missverstanden, wenn nicht klar ist, dass sie das fetale Alkohol-Syndrom haben. Das Umfeld stellt Erwartungen an die Kinder und Jugendlichen, die sie häufig nicht erfüllen können. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass Kinder trotz normaler Intelligenz, nicht in der Lage sind, sich bestimmte Sachverhalte zu merken bzw. sie zum richten Zeitpunkt abrufen zu können. Ca. 30 Prozent der geschädigten Kinder haben eine besondere Gesichtsstruktur und sie scheinen einander zu ähnlich. Das heißt, bei ca. 70 Prozent der Betroffenen ist die Schädigung von außen nicht sichtbar, was dazu beiträgt, dass häufig nicht erkannt wird, was den besonderen Verhaltensweisen von Betroffenen zu Grunde liegt. Ein adäquater Umgang und eine passgenaue Förderung ist dann wohl eher schwierig.       

Es hat sich gezeigt, dass der Name des Syndroms vielen Fachkräften bekannt ist. Was sich jedoch genau dahinter verbirgt und welche Einschränkungen, das Syndrom mit sich bringt, war nur Wenigen bekannt. Daher stieß die Veranstaltung auf ein reges Interesse und wurde sehr positiv in den Feedbackbögen bewertet. 

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Flyer - Fachnachmittag 10.01.2018
Fetales Alkoholsyndrom
1.8 MB
15.12.2017

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